Es ist Zeit das erste Fazit zu ziehen. Eigentlich wollte ich damit warten bis die Wohnung abgenommen ist und die Geschäftsbeziehungen mit den einzelnen Gewerken beendet sind. Durch die Entscheidung unseres Bauträgers, die Zusammenarbeit mit dem ersten Elektriker aufzukündigen, ist diese Geschäftsbeziehung jedoch schon jetzt beendet. Daher geht es nun mit Namensnennungen und der Chronik des Schreckens los:

Waldemar Moser e.K.

Wir bedanken uns bei Firma Waldemar Moser e. K. aus Gosbach für eine aufwändige und anstrengende Angebotserstellung, die Unfähigkeit, Pläne zu lesen und entsprechend auszuführen, sowie die Kunst, Anfragen und Nachfragen über Wochen hinweg gekonnt zu ignorieren.

Beginnen wir aber ganz am Anfang. Wir haben unsere komplette Elektroinstallation von einem befreundeten Elektriker unseres Vertrauens planen lassen, da wir uns hier nicht auf einen uns unbekannten Dienstleister verlassen wollten. Zudem planten wir ja von Anfang an, die Wohnung mit Digitalstrom zu versehen – und davon kannte sich von den Elektrikern des Bauträgers keiner aus. Mit den fertigen Plänen wollten wir den ausführenden Elektriker noch vor Beginn der Rohbauphase kontaktieren, damit Leerrohre schon in der Decke vergossen und andere notwendige Vorbereitungen getroffen werden können.

28.11.2013

Unser erstes Treffen mit Herrn Moser fand auf der bitterkalten Baustelle der Clara-Schumann-Strasse statt. Eigentlich wollte man uns noch gar nicht treffen, aber auf Nachdruck hin wurde dem Termin dann doch zugestimmt. Die Besprechung war freundlich und kooperativ, alle unsere Wünsche sind umsetzbar. Aufgabe für die kommenden Tage war es, den Elektroplan mit dem Büro von Firma Waldemar Moser in einen Kostenvoranschlag zu gießen.

Der Teil mit den Leerrohren in der Decke klappte, wie man auf der Fotodokumentation erkennen kann.

Der Teil mit den Leerrohren in der Decke klappte, wie man auf der Fotodokumentation erkennen kann.

09.01.2014 bis 23.01.2014

5 Anläufe hat es gebraucht, bis die Anzahl der Steckdosen, Schalter usw. im Kostenvoranschlag unserem Plan entsprachen. Selbst mitgeschickte Excel-Listen mit einer Übersicht aller Teile in den einzelnen Räumen haben nicht geholfen. Aber was lange währt wird irgendwann auch gut. Der Preisunterschied zwischen dem ersten Angebot und der finalen Fassung lag ohne Änderungen an unserem Installationsplan bei 896,07€. Kann ja mal passieren. Absicht wollen wir hier keine unterstellen. Ist ja auch meine Aufgabe als Kunde, die mangelnde Sorgfalt des Dienstleisters auszubügeln.

20.03.2014

Nachdem der Rohbau soweit fertig war, dass wir vor Ort bemustern konnten, wurden wir von Firma Waldemar Moser eingeladen, nachmittags mit ihnen in unserer Wohnung die Positionen der Steckdosen etc. anzuzeichnen. Hierbei wurden auch nochmal ausführlich die Besonderheiten unserer Installation besprochen:

  • Netzwerk-, Telefon- und TV-Installation zentral in unserem Keller und Kabelführung durch einen kleinen Durchbruch zum Keller in unserer Küche („Durchbruch“ siehe auch Artikel Faszination Baustelle vom 21. Februar 2014)
  • 400V Drehstrom in der Tiefgarage plus normale Steckdosen, alles abschließbar
  • Eigene Zuleitung (und Sicherung) für die EDV-Installation im Keller
  • Zweite Zuleitung in die Waschküche zum parallelen Betrieb von zwei Waschmaschinen und einem Trockner
  • Zu-/Abluft-Lösung in der Küche mit dazwischen liegendem Leerrohr, in dem später das Steuerkabel von der Abluft zur Zuluft verlaufen soll. Außerdem muss für den Betrieb der elektrisch gesteuerten Mauerkästen Strom an beide Wandöffnungen.

Uns wurde zugesichert, dass die Ausführung kein Problem sei. Wir fühlten uns gut beraten und gingen zuversichtlich ins Büro, um das Geld zu verdienen, das wir unter anderem hierfür ausgeben wollten.

09.04.2014

Der Ärger ging los. Die Installation wurde zügig durchgeführt und die erste Rechnung kam ins Haus geflattert. Zeit die Installation zu überprüfen. Hier traf uns dann der Blitz. Fehlende und falsch positionierte Steckdosen lassen sich ja noch verkraften und leicht korrigieren, aber was bei der Netzwerk- und TV-Installation schief gelaufen ist, kann man einfach nicht verstehen.
Bestellt hatten wir: 1 Netzwerk-Doppeldose im Flur und die zentrale Installation im Keller
Bekommen haben wir: 1 Netzwerk-Einzeldose im Keller und die zentrale Installation im Flur
Hier hat man doch allen Ernstes im Flur 4 Netzwerkdosen gesetzt und die Leitungen aller Netzwerkanschlüsse der Wohnung hier enden lassen. Außerdem wurden sämtliche Netzwerkdosen entgegen der vorliegenden Pläne nur einfach ausgeführt.
Die TV-Installation wurde entgegen der Absprache im Ring verlegt, obwohl wir eine Sternstruktur mit Endpunkten ebenfalls im Keller besprochen hatten.
Mit einem Mängelbericht per Einschreiben haben wir dann erstmal die Hälfte des Rechnungsbetrages zurückbehalten und eine zwei-Wochen-Frist zur Nachbesserung gesetzt.
Trotz allem besuchten wir mit dem Elektriker unseres Vertrauens die Baustelle und begutachteten den Rest der Installation. Die korrekt installierten Teile waren fachlich in Ordnung – immerhin.

Ein paar Tage vorher befürchteten wir noch, wir müssten den Netzwerkschrank in die Garderobennische hängen und die Garderobe in den Keller stellen...

Ein paar Tage vorher befürchteten wir noch, wir müssten den Netzwerkschrank in die Garderobennische hängen und die Garderobe in den Keller stellen…

10.04.2014

Wir benachrichtigten den Bauträger, dass sie Wände bitte nicht verputzt werden, bevor sämtliche Mängel in der Installation behoben sind.

24.04.2014

Heute lief die Frist ab. Nicht so wichtig. Korrigiert war bis dahin gar nichts. Immerhin kommt der Chef zu einem Vor-Ort-Termin. Wir besprechen die Mängel mit Herrn Moser, welcher sie – scheinbar gut geübt – weglächelt. Auf die Frage, wieso Rechnungen gestellt werden, bevor der Chef die Installation überhaupt mal selbst gesehen hat, bekommen wir keine Antwort. Ist ja auch nicht so wichtig, die Ausführung zu kontrollieren, wenn man die Arbeit von osteuropäischen Subunternehmern unbeaufsichtigt durchführen lässt. Wir jedenfalls konnten vor Ort mit den Monteuren leider aus mangelnden Sprachkenntnissen nichts besprechen – das war mit dem Chef wohl ähnlich. Zumindest kann ich mir nur so erklären, dass die Umsetzung derart weit von den Plänen abweicht.

29.04.2014

Nächster Vor-Ort-Termin. Ich hätte eigentlich einen Monteur vor Ort treffen sollen, der die Mängel mit mir durchgeht und direkt im Anschluss behebt. Leider wartete ich vergebens fast eine Stunde auf der Baustelle, da der Monteur wohl nichts von dem Termin wusste.
Immerhin waren Netzwerk- und TV-Installation nun korrigiert und den Plänen entsprechend ausgeführt. Das Telefonkabel lief weiterhin durch den falschen Schacht in den Keller.

Eva war abends nochmal auf der Baustelle und rief mich nach einem Schreikrampf fassungslos an, dass das Leerrohr zwischen Ab- und Zuluft nun komplett verschwunden sei. Wir hatten ja nicht mehrmals darauf hingewiesen und ausführlich erklärt, wozu das später dienen soll…

30.04.2014

Heute hatten wir uns einfach einen auf der Baustelle anwesenden Monteur geschnappt und mit ihm die noch offenen Punkte besprochen. Diese hatten wir vorher bebildert per Mail an den Chef geschickt. So weit, so gut. Der Monteur hat die Punkte aufgenommen, aber aufgrund anderer Arbeiten konnte er sie nicht direkt angehen.
Mittags kam dann der Knaller – eine Mail von Firma Waldemar Moser. Hier muss ich zitieren – das lässt sich sonst nicht korrekt vermitteln:
Sie ändern ständig Ihre Sonderwünsche, heute haben Sie unserem Monteur wieder was anderes bezüglich der Steckdosen mitgeteilt, was wieder den Bildern, die Sie mtigeschickt haben, nicht entspricht. Wir können nicht mehr mitkommen was jetzt letz endlich installiert werden soll.
Die Bilder, welche wir dem Monteur ausgedruckt mitgebracht und mit ihm besprochen hatten, waren exakt die gleichen, welche der Chef vorher per Mail bekommen hat. Vom Sachverhalt abgesehen ist der Umgangston einfach unmöglich in der Kundenansprache – und das auch noch, nachdem ich auf der Baustelle sitzen gelassen wurde und ein Großteil der Installation schief gelaufen ist.
Starke Leistung! Meine Antwort per Mail findet kein Echo.

02.05.2014

Nach nur knapp einem Monat waren fast alle offenen Themen (innerhalb der Wohnung) endlich erledigt. Für die restlichen Kleinigkeiten wie den Anschluss unseres Zu- und Abluft-Systems hatten wir resigniert. Auch eine bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung, welche Kleinkinder verstehen würden, führte nicht zum Erfolg. Wir werden den Anschluss hier nun schlussendlich selbst ausführen. 30 Minuten später waren wir fertig damit…

Bebilderte Anleitung für die Installation der Zu- und Abluft wie sie an Firma Waldemar Moser ging

Bebilderte Anleitung für die Installation der Zu- und Abluft wie sie an Firma Waldemar Moser ging

08.05.2014

Heute kam eine Nachfrage per Mail, wann wir denn gedenken, die zweite Hälfte der Rohbaurechnung zu bezahlen. Auf die Rückfrage, wann Firma Waldemar Moser gedenkt den Rest der Installation auszuführen, kam keine Antwort mehr.

12.05.2014

Beim Nachverfolgen der einzelnen Leitungen können wir keinen Anschluss des Außenbereichs an einen Stromkreis erkennen. Firma Waldemar Moser bestätigt jedoch, dass Garten und Terrasse an den Wohnzimmer-Stromkreis angeschlossen sind. Wir sind gespannt – testen konnten wir das bisher nämlich nicht.

02.06.2014

Heute ging die Info an den Bauträger raus, dass nach dem Verputzen acht (!) der Unterputz-Dosen nicht wieder freigelegt wurden und in der Essecke am Rand der Küche eine Dose so weit neben die besprochene Position gesetzt wurde, dass sie mit den Küchenschränken kollidieren würde. Die komplett vermaßten Küchenpläne hingen natürlich schon die ganze Zeit für jedermann frei zugänglich in der Wohnung aus, ebenso wie alle anderen Installationspläne, die wir zusammen mit unserem Elektriker erstellt hatten.
Beide Sachverhalte wurden auch schon mit den Monteuren vor Ort besprochen. Wir hatten aber mittlerweile keine Lust und keine Kraft mehr, uns direkt mit dem Elektriker auseinander zu setzen.

06.06.2014

Firma Waldemar Moser geht erstmal in Urlaub. Ist ja auch alles erledigt. Ach nee. Halt, STOPP!
Egal. War sicher schon lange gebucht und zeitkritische Kundenaufträge muss man vorher nicht fertigstellen.
In zwei Wochen sind sie ja auch wieder da und können sich um den Mist kümmern, den sie vor dem Urlaub gebaut haben.

18.06.2014

Nach mehrfacher Aufforderung, die Stromzuleitung für den Außenbereich in einem Leerrohr oder als Erdkabel zu verlegen, hat sich über Wochen nichts getan. Heute hatte der Bauträger uns dann in der Kommunikation mit dem Elektriker ins CC genommen. Auch zwischen diesen beiden Parteien scheint so einiges schief zu laufen.

01.07.2014

Ein Lebenszeichen!
Nach knapp zwei Monaten hatte ich zum ersten mal wieder den Weg über den Bauträger abgekürzt und direkt bei Firma Waldemar Moser nachgefragt, wann sie den Rest der Installation fertigstellen würden. Noch am gleichen Tag kam sogar eine Antwort. Bis auf politisch inhaltsleere Aussagen zu den Fragen und die Information, dass man ja gerade 140 Wohnungen ausstattet und deswegen keine Zeit hat Mails zu beantworten, habe ich aber leider nichts gewonnen.

10.07.2014

Der Bauträger zieht die Reißleine. Die Zusammenarbeit mit Firma Waldemar Moser wird aufgekündigt. Eine andere Firma wird als Ersatzvornahme beauftragt. Erleichterung seitens des Bauträgers und der Eigentümer. Eigentlich kann es ab jetzt nur noch besser werden…

Man könnte ja jetzt in den Kaufvertrag schauen, in dem von einer schlüsselfertigen Wohnung die Rede ist, aber das wäre sicher Haarspalterei. Bis auf dauerhafte Qualitätssicherung, Kommunikation etc. haben wir ja auch kaum was gemacht. Google spricht von 27 E-Mail-Konversationen mit dem ausführenden Gewerk (einzelne Mails innerhalb der Konversationsstränge habe ich nicht gezählt) und wir haben 6 Ortstermine wahrgenommen (Firma Waldemar Moser nur 5).
Wenn ich meine Arbeit in Rechnung stellen würde, müsste ich mindestens die Hälfte der Auftragssumme abziehen… Und wäre dann immer noch mit einem wirklich freundschaftlichen Stundensatz unterwegs.
Der Elektriker des übernehmenden Unternehmens war sichtlich geschockt, als er die Installation und die auszubessernden Probleme gesehen hat. Er wirkt aber sehr kompetent und man kann sich mit ihm fließend auf Deutsch unterhalten.
Ich denke, der macht das gut.

05.08.2014

Ein Lob an den Bauträger!
Nachdem der Vertrag mit Firma Waldemar Moser von Seiten des Bauträgers aus gekündigt wurde, übernimmt dieser nun die Gewährleistung und Forderungsabwicklung für die gesamte Elektroinstallation inklusive der Sonderwünsche. Vielen Dank hierfür.